Jedes Bild ist ein Fine-Art Werk und Teil meiner Naturfotografie-Kollektion. Kopieren oder Verwenden ohne Erlaubnis ist nicht gestattet. Für Drucke, Wandbilder oder Lizenzen schreibe mir gerne: koni@konifrey.ch

Die Bilder zum Kalender Natur-Momente 2027

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Hinter jedem Bild im Kalender steckt eine eigene Geschichte – besondere Bedingungen, eine Beobachtung in der Natur oder eine fotografische Idee.
Hier erfährst du etwas mehr darüber, wie die zwölf Fotografien entstanden sind.

Kalendercover 2027 mit mehreren Schwänen auf einem See im dichten Morgennebel.

Schwäne im Morgennebel – Kalender 2027

Der Nebel war an diesem Morgen dichter als erhofft. Die Landschaft dahinter verschwand fast vollständig und auch die Schwäne waren zunächst nur schemenhaft zu erkennen. Gerade dadurch entstand aber eine sehr reduzierte Szenerie, die mich länger am See bleiben liess. Die Schwäne waren zuerst weit voneinander entfernt. Ich wartete, beobachtete ihre Bewegungen und suchte nach einem Moment, in dem sich mehrere Tiere zu einer stimmigen Gruppe zusammenfügten. Für einen kurzen Augenblick passten Abstand, Bewegung und Anordnung – gleichzeitig blieb im dichten Nebel gerade noch genügend Zeichnung erhalten. Das Bild lebt für mich weniger von einem spektakulären Ereignis als von diesem kurzen Zusammenspiel aus Wetter, Beobachtung und Geduld. Deshalb passt es auch gut auf das Cover meines Naturfotografie-Kalenders 2027.

Alte Eiche mit geschwungenen, von Raureif überzogenen Ästen im winterlichen Zürcher Oberland.

Geschwungen im Raureif

Nach mehreren kalten und nebligen Tagen hatte sich im Zürcher Oberland kräftiger Raureif gebildet. Er entsteht, wenn unterkühlte Nebeltröpfchen bei Minusgraden an Ästen und Zweigen gefrieren. Etwas Wind kann diesen Effekt zusätzlich verstärken und den Reif bevorzugt auf einer Seite wachsen lassen. Bei solchen Bedingungen suche ich gerne die Grenze des Nebels. Dort verbindet sich der Raureif mit etwas mehr Licht, ohne dass die winterliche Atmosphäre verloren geht. Auf dieser Tour fiel mir eine alte Eiche auf, deren geschwungene Äste durch den weissen Reif besonders deutlich hervortraten. Ich blieb bei ihr hängen, weil nicht einfach der Raureif das Motiv war, sondern die Form des Baumes. Stamm und Äste ziehen sich in kräftigen Bögen durch das Bild und lassen die gewachsene Struktur dieser alten Eiche sichtbar werden.

Winterlandschaft mit einer teilweise im Nebel verschwindenden Hügelkette und dem Glärnisch im warmen Morgenlicht im Hintergrund.

Wenn der Nebel weicht

An Wintermorgen wie diesem kann sich die Höhe des Nebels innerhalb kurzer Zeit verändern. Genau solche Bedingungen suche ich gerne, denn der Nebel verdeckt Teile der Landschaft und gibt andere für einen Moment wieder frei. Was normalerweise gleichzeitig sichtbar wäre, wird dadurch auf wenige Ebenen und Formen reduziert. An diesem Morgen verschwanden die tieferen Bereiche fast vollständig im Nebel. Nur einzelne bewaldete Hügel lösten sich daraus, während im Hintergrund der Glärnisch bereits vom warmen Morgenlicht erreicht wurde. Durch diesen Gegensatz bekam der Berg eine Präsenz, die er bei klarer Sicht vermutlich nicht gehabt hätte. Solche Situationen lassen sich planen, aber nicht vollständig vorhersehen. Entscheidend ist für mich deshalb, die Entwicklung des Nebels zu beobachten und auf den kurzen Moment zu warten, in dem Verbergen und Sichtbarwerden zusammenpassen.

Irisierende Farben und organische Strukturen von Schwimmeisen auf der Oberfläche eines langsam fliessenden Gewässers.

Irisierend

Schwimmeisen kann auf der Wasseroberfläche wie ein dünner, irisierender Ölfilm erscheinen. Es entsteht in eisenhaltigen Gewässern, wenn gelöstes Eisen oxidiert und sich an der Oberfläche eine sehr dünne Schicht bildet. Häufig sind daran auch eisenoxidierende Mikroorganismen beteiligt. Je nach Lichteinfall entstehen darin schillernde Farben von Blau und Violett bis zu Gelb, Orange und Grün. Als ich Schwimmeisen zum ersten Mal sah, hielt ich es tatsächlich für Öl auf dem Wasser. Erst später erfuhr ich, was sich dahinter verbirgt. Seitdem wollte ich diese ungewöhnlichen Farben und Strukturen fotografieren – nur war es gar nicht so einfach, eine geeignete Stelle zu finden. Nach längerer Suche entdeckte ich schliesslich in einem Naturschutzgebiet ein langsam fliessendes Gewässer, auf dessen Oberfläche sich Schwimmeisen gebildet hatte. Aus der Nähe löste sich die Wasserfläche fast vollständig vom eigentlichen Ort: Farben, Linien und feine Strukturen wurden zum Motiv. Je nach Blickwinkel und Licht veränderte sich ihre Wirkung immer wieder. Gerade das fasziniert mich an solchen Naturdetails: Etwas, das zunächst unscheinbar oder sogar wie eine Verunreinigung wirkt, kann sich beim näheren Betrachten in eine überraschend farbige und abstrakte Welt verwandeln.

Frisch grüne bewaldete Hänge verschwinden teilweise in tief hängenden Wolken und Frühlingsregen.

Aquarell im Frühlingsregen

Regen ist nicht unbedingt das Wetter, bei dem man zuerst an Landschaftsfotografie denkt. Dabei können gerade bei länger anhaltendem Regen sehr malerische Stimmungen entstehen. Farben werden kräftiger, Kontraste weicher und tief hängende Wolken können ganze Teile einer Landschaft verschwinden lassen. An diesem Tag ging ich genau deshalb los. Mein Ziel waren die frisch grünen Frühlingshänge in Verbindung mit den tief hängenden Wolken. Immer wieder zogen Wolkenfetzen durch den Wald, verdeckten einzelne Bereiche und liessen andere hervortreten. Die Landschaft veränderte sich dadurch laufend. Nach rund drei Stunden im Regen war irgendwann praktisch alles nass. Fotografisch hatte sich das Ausharren aber gelohnt: Das frische Grün, die weichen Konturen und die zwischen den Bäumen liegenden Wolken liessen die Landschaft beinahe wie ein Aquarell wirken. Solche Tage erinnern mich daran, dass interessante Bedingungen nicht unbedingt die angenehmen sind. Manchmal muss man einfach hinausgehen, wenn das Wetter gerade nicht nach Fotografieren aussieht.

Sibirische Schwertlilien in einem Moor im frühen Morgenlicht, umgeben von weichem Grün und leichtem Nebel.

Blau im Grün

Im Mai blühen in einem nahegelegenen Moor die Sibirischen Schwertlilien. Für kurze Zeit setzen ihre blau-violetten Blüten kräftige Farbakzente in das frische Grün der Wiesen. Für diese Aufnahme war ich früh am Morgen unterwegs. Noch lag leichter Nebel über dem Moor, während die ersten Sonnenstrahlen bereits einzelne Bereiche im Hintergrund erreichten. Statt die Landschaft als Ganzes zu zeigen, fotografierte ich mit einem Teleobjektiv und nutzte gezielt die geringe Tiefenschärfe. Dadurch lösen sich Pflanzen und Lichtpunkte im Hintergrund in weiche Farbflächen auf. Nur wenige Blüten bleiben deutlich erkennbar, während sich das Umfeld zunehmend in Grün, Blau und Licht verliert. Die Kombination aus Teleobjektiv, Tiefenunschärfe, leichtem Nebel und dem ersten Morgenlicht gibt der Aufnahme ihre fast gemalte Wirkung. Die Gestaltung ist dabei eigentlich sehr einfach: wenige Farben, wenige klar erkennbare Elemente und viel Unschärfe. Gerade diese Reduktion macht für mich die Wirkung des Bildes aus.

Türkisblau verfärbtes, verwittertes Buchenholz mit feinen natürlichen Strukturen.

Türkis im Totholz

Die auffällige türkisgrüne Färbung dieses alten Buchenholzes stammt vom Grünspanbecherling. Der Pilz lebt in abgestorbenem Laubholz und durchzieht das Holz mit seinem Myzel. Dabei lagert sich der Farbstoff Xylindein im Holz ein und sorgt für die charakteristische blaugrüne bis türkise Färbung – selbst dann, wenn die kleinen Fruchtkörper des Pilzes gar nicht zu sehen sind. Fotografisch interessierte mich hier nicht der Pilz selbst, sondern das, was er im Holz hinterlassen hat. Erst aus der Nähe werden die vielen Strukturen sichtbar: Risse, Verwitterungsspuren, unterschiedliche Brauntöne und dazwischen dieses ungewöhnliche Türkisblau. Für die Aufnahme konzentrierte ich mich deshalb ganz auf einen kleinen Ausschnitt des Buchenholzes. Ohne den Zusammenhang mit dem Baum wird aus einem Stück Totholz beinahe eine abstrakte Landschaft aus Farben, Flächen und Linien. Gerade solche Details faszinieren mich, weil sie zeigen, wie viel sich auf einer sehr kleinen Fläche entdecken lässt – und wie stark natürliche Prozesse ein Motiv gestalten können.

Gräser und Binsen mit zahlreichen Wassertropfen, die im warmen Morgenlicht leuchten und sich im Hintergrund in weiches Bokeh auflösen.

Regenperlen

In der Nacht zuvor hatte es leicht geregnet. Am nächsten Morgen sassen unzählige kleine Wassertropfen an den Gräsern und Binsen. Als die Sonne darauf fiel und die Tropfen durchleuchtete, begann die ganze Fläche regelrecht zu funkeln – stellenweise war das Licht so intensiv, dass es beinahe blendete. Mit dem Teleobjektiv suchte ich innerhalb dieses Durcheinanders nach einem Ausschnitt, bei dem sich die Struktur zunehmend auflöst. Einige Gräser bleiben als feine Linien erkennbar, während sich die vielen beleuchteten Wassertropfen ausserhalb der Schärfe in grosse, weiche Lichtkreise verwandeln. Mich interessierte dabei weniger das einzelne Gras oder der einzelne Tropfen als der Übergang zwischen Struktur und Unschärfe. Linien, Licht und Bokeh überlagern sich und lassen nur noch erahnen, wie die Wiese tatsächlich ausgesehen hat. Ein leichter nächtlicher Regen und die tief stehende Morgensonne genügten, um aus einer unscheinbaren Fläche für kurze Zeit ein ganz anderes Bild entstehen zu lassen.

Detail eines alten, verwitterten Holzes mit stark gewundenen Strukturen und grünem Moos.

Holzwindungen

Gefunden habe ich dieses Detail in einem Wald in den Voralpen, der tatsächlich etwas Märchenhaftes an sich hat. Moos bedeckt weite Teile des Bodens, dazwischen wachsen gewundene Fichten, Flechten und Pilze – und ab und zu schleicht sogar eine Waldfee leise vorbei. Inmitten dieser Umgebung fielen mir die ungewöhnlichen Windungen im alten Holz auf. Linien und Formen scheinen sich umeinanderzudrehen und bilden eine Struktur, in der man mit etwas Fantasie sogar ein Gesicht entdecken kann. Für die Aufnahme brauchte es deshalb nicht den ganzen Wald. Ich konzentrierte mich auf einen kleinen Ausschnitt, in dem die geschwungenen Formen, die unterschiedlichen Brauntöne und das Moos miteinander funktionieren. Aus dem Holzdetail entsteht so beinahe eine kleine eigene Landschaft. Solche Motive mag ich besonders, weil sie nicht alles sofort preisgeben. Und vielleicht entdeckt jemand darin etwas ganz anderes als ich.

Schilfhalme über blauem Wasser, deren Spiegelungen durch kleine Wellen in geschwungene Linien verwandelt werden.

Bewegte Spiegelung

Auf den ersten Blick ist es eine sehr einfache Szene: einige Schilfhalme, Wasser und ihre Spiegelungen. Damit daraus das Bild entstand, das ich suchte, mussten jedoch mehrere Dinge zusammenpassen. Zuerst suchte ich nach einer Gruppe von Schilfhalmen, deren Abstände und Anordnung im Bild funktionierten. Gleichzeitig durfte die Wasseroberfläche weder völlig ruhig noch zu unruhig sein. Erst ein leichter Wellengang verformte die geraden Spiegelungen zu den geschwungenen Linien, die für mich den eigentlichen Reiz des Motivs ausmachen. Auch das Timing spielte eine wichtige Rolle. Mit jeder kleinen Welle veränderten sich die Formen im Wasser, verschwanden wieder oder wurden für einen kurzen Moment besonders deutlich. Ich beobachtete diese Bewegung und löste immer wieder dann aus, wenn sich eine interessante Kombination aus geraden Halmen und kurvigen Spiegelungen ergab. Das fertige Bild wirkt dadurch beinahe grafisch und sehr reduziert. Gerade solche Motive mag ich: Eine unscheinbare Situation, bei der kleine Veränderungen ausreichen, um aus wenigen Elementen eine ganz eigene Bildstruktur entstehen zu lassen.

Detail eines dunklen, verzweigten Baumes vor leuchtend gelbem Herbstlaub, mit einer an Adern erinnernden Struktur.

Verzweigt

Bei diesem Herbstmotiv waren es weniger der ganze Baum oder die Landschaft, die mich interessierten, sondern die verzweigten Strukturen. Mit dem Teleobjektiv suchte ich gezielt einen Ausschnitt, in dem sich der dunkle Stamm und seine Äste vor dem leuchtenden Gelb des Herbstlaubs abzeichnen. Je länger ich diese Formen betrachte, desto weniger sehe ich darin nur einen Baum. Die Verzweigungen erinnern mich an Adern – oder an eine Flusslandschaft, die man aus grosser Höhe betrachtet. Hauptarme teilen sich auf, werden immer feiner und verlieren sich schliesslich in der gelben Fläche. Die kräftige Herbstfarbe reduziert den Hintergrund dabei beinahe auf eine einzige Farbfläche. Dadurch tritt die dunkle Struktur noch deutlicher hervor und das Motiv beginnt, sich vom eigentlichen Wald zu lösen. Genau solche visuellen Parallelen finde ich spannend: Ein vertrautes Motiv bleibt erkennbar und kann gleichzeitig an etwas völlig anderes erinnern.

Blick aus dem Zürcher Oberland Richtung Churfirsten mit mehreren Berg- und Hügelebenen in Dunst und warmem Morgenlicht.

Im Dunst

Dunst und Nebel verändern eine Landschaft, indem sie vieles verschwinden lassen. Details treten zurück, Kontraste werden weicher und aus einer vielschichtigen Landschaft bleiben nur noch wenige Linien und Flächen übrig. An diesem Morgen fotografierte ich von einem Aussichtsberg im Zürcher Oberland mit Blick in Richtung Churfirsten. Der Dunst lag zwischen den einzelnen Hügel- und Bergketten und trennte sie optisch voneinander. Mit zunehmender Entfernung wurden die Konturen immer heller und feiner. Dazu kamen die warmen Farben des frühen Morgenlichts. Statt die Landschaft möglichst klar und detailliert abzubilden, interessierte mich gerade das Gegenteil: die Staffelung der verschiedenen Ebenen und wie sie sich nach hinten zunehmend im Dunst auflösen. Für mich ist das eine der schönsten Eigenschaften von Nebel und Dunst in der Landschaftsfotografie: Sie nehmen Informationen weg – und können dadurch das Wesentliche umso deutlicher sichtbar machen.

Luftblasen im Eis einer Wasserfläche im Moor mit Blättern und Gräsern unter der gefrorenen Oberfläche.

Eingeschlossen

Auf einer gefrorenen Wasserfläche in einem Moorgebiet entdeckte ich zahlreiche Luftblasen, die im Eis eingeschlossen waren. Zusammen mit Blättern und Gräsern unter der Eisfläche entstanden daraus ganz unterschiedliche Formen und Strukturen. Mich interessierten besonders die grafischen Elemente im Vordergrund. Ich suchte die Eisfläche nach Bereichen ab, in denen sich die runden Blasen interessant zueinander anordneten und gleichzeitig mit den feinen Linien und Formen der eingeschlossenen Pflanzen funktionierten. Dabei ging es weniger darum, möglichst viele Strukturen ins Bild zu bekommen. Entscheidend war, einen Ausschnitt zu finden, in dem die einzelnen Elemente genügend Raum haben und trotzdem miteinander verbunden wirken. Aus einer unscheinbaren gefrorenen Wasserfläche wurde so eine kleine Welt aus Kreisen, Linien und organischen Formen – ein Motiv, an dem man beim Vorbeigehen leicht vorbeisehen könnte.

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